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DIE LEGENDE ÜBER DIE BÖSEN GRAFEN         


Der Graf von Forno, ein Herr in Le¶nica, war ein böser und heftiger Mensch. Jedesmal wenn er irgendwo erschien, verbreitete er Angst und Schrecken unter seiner Dienerschaft und seinen Untertanen. Von der Stelle, wo er sich gerade aufhielt, waren stets heftige Flüche zu vernehmen, seine Leute schmähte er, ohrfeigte sie oder schlug sie mit einer Peitsche, die er stets bei sich trug.
Er war einmal auf seinen Diener so böse, dass er ihn mit dem Messer erstach und durch das Fenster warf (es soll das Fenster links über dem Schlosstor, in der zweiten Etage sein). In der Kemenate, wo es passierte, blieben die Blutspuren, die trotz mehrmaligen Putzens nicht verschwanden.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Auch der junge Graf, sein Sohn, begegnete seinen Untertanen auf ähnliche Weise. Als ihm einmal eines der Mädchen gefiel, stellte er ihr nach. Das Mädchen war sehr schön, aber anständig, und mied seine Buhlereien. Schliesslich überfiel er sie an einer entlegenen Stelle. Das Mädchen versuchte fortzulaufen, aber ihr  Verfolger setzte ihr nach. Verzweifelt warf sie sich in Bystrzyca und ertrank. Diese Stelle soll auch heute noch für Schwimmer sehr gefährlich sein; das Wasser ist hier dunkel, fast schwarz und es bilden sich Strommwirbel. Manchmal fliegt ein schwarzer Vogel vorüber und kreist dort für eine Weile mit einem wehmutigen Schrei.
Als der Graf starb, herrschte grosse Freude unter seinen Untertanen. Sie kamen zum Friedhof um zuzusehen, wie ihr Verfolgter unter der Erde verschwand. Zu ihrem grössten Erstaunen und Ersetzen sahen sie bei ihrer Rückkehr den Grafen am Fenster seiner Kemenate.
Woher kommt ihr? – fragte er.
Zu Tode erschrocken und voller Angst gingen sie ins Schloss und sahen, dass der Graf sich so verhielt, wie er einst leibt und lebte.
So blieb er eine Zeitlang im Schloss, dann verschwand er und wohnte auf einem der nahen Berge. Ein Dienstmädchen musste ihm stes das Essen bringen. Sie sollte pünktlich um zwölf Uhr dort sein, das Essen abstellen und gehen ohne sich umzudrehen. Jeden Tag fand sie dort ein Silberstück als Bezahlung. Einmal, als sie sich ein bisschen verspätete, bekam sie eine so heftige Backpfeife, dass sie ohnmächtig zu Boden fiel. Als sie wider zu sich kam, schleppte sie sich mühsam zum Dorf und starb bald darauf. Von dieser Zeit an wollte niemand das Essen nach oben auf den Berg bringen.
Der schreckliche Graf machte dann auf der Weise von sich Reden, dass er Vorübergehende vom rechten Weg abbrachte, wenn sie zur Mittagszeit an dieser Stelle vorbeikamen.
Im Schloss blieb nur sein Porträt: er, auf dem Pferd sitzend, mit der Peitsche in Hand. Manchmal knallte die Peitsche so laut, dass man es im ganzen Schloss hören konnte. Der alte Graf sah einen mit seinen bösen Augen an, so dass einem der Schauer über den Rücken lief; wenn jemand das Porträt berührte, erschallte ein schrecklicher Lärm. Als ein neuer Besitzer das Schloss übernahm, liess er das Porträt von der Wand herunternehmen. Danach herrschte Ruhe im Schloss.
Auf dem Friedhof in Le¶nica soll einmal, so der Sage nach, eine wahre Schlacht zwischen den Geistern stattgefunden haben. Die Geister standen aus ihren Gräbern auf und kämpften miteinander, bis sie wieder unter der Erde verschwanden. Manche verbinden das mit einer Notitz von 1689, nach der hier, auf dem Gut des Grafen von Forno, 50 Bauern mit Frauen und Kindern zum Übertreten zum katholischen Glauben gezwungen wurden. Als sie sich auf dem Friedhof in Sicherheit bringen wollten, wurde auf sie eine tödliche Salve gerichtet und ihre Leichen ins Wasser geworfen.

In dieser Sage findet die ewige Klage über die Bedrängnis von Seiten der Lehnsherren ihren Wiederhall. Diese Bedrängnis war in Schlesien umsomehr schwieriger, weil sie mit der nationalistischen Grundlage verbunden war. Der schlesische Adel war damals schon germanisiert, aber das Landvolk bewahrte lange Zeit die polnische Sprache und Bräuche auf.
Die Familie der Grafen von Forno  kam aus der Tschechei nach Schlesien im 17. Jhd. und hat sich in Le¶nica bei Wroc³aw angesiedelt, jedoch ohne sich eines guten Rufes zu erfreuen. Ihr letzter Nachkomme ist 1733 gestorben. In der Sage wird vermutlich über Horacy von Forno gesprochen, der ein Präsident der Handelskammer war und 1654 in Wroc³aw, in seinem Haus im Stadtzentrum gestorben ist. Der Rat liess ihn in der Marienkirche begraben, jedoch bei Nacht ohne Gesang und Bestattungszeremonie, was beweist, dass er bei den Leuten nicht sehr beliebt war.

Unter den Leuten, die nach dem Krieg in Le¶nica wohnten, kursierten viele Gerüchte über den im Keller versteckten. Man sagte, dass sich unter den Kellern geheimnisvolle Durchgänge zu nahen Kirche und sogar zum Bunker am Strzegomski Platz und Hauptbahnhof befinden sollen. Die Erzählungen beeinflussten die Phantasie der Menschen, besonders die der Jugendlichen, die den Schatz auffinden wollten und darum in der Nacht verschiedene Expeditionen organisierten. Es kam vor, das sie während solcher Expeditionen, bei flimmernden Kerzenschimmer in der Dunkelheit des Kellers, auf andere Sucher traffen, die sie als Schlossgeister annahmen und dann mit grossem Geschrei nach Hause liefen.
In Wirklichkeit befinden sich in dem Keller mindestens zwei versteckte Räume, deren Eingänge vermauert sind. Anfangs der 90. Jahre arbeitete man sich zu einem dieser Räume durch. Nach dem mühsamen und langen Herausklauben der Steine aus der Wand des Hauptgangs gelangte man schliesslich zu dem versteckten Keller, der mit Sand und Ton aufgefüllt war. Vermutlich hat einer der Architekten beim Umbau des Schlosses diesen Kellerteil zuschütten lassen, um die Konstruktion stabiler zu machen.
In dem Unterkeller des Schlosses gibt es noch ein weiteres Rätsel. In der Wand eines Raums befindet sich eine merkwürdige Nische, die wie ein Gang nach unten führt. Er endet plötzlich auf der Höhe des Bodens. Es ist möglich, dass die Nische ein geschlossener Gang zu den unterirdischen Räume ist. Vielleicht ist das der Anfang eines Kellers, der das Schloss mit der in der Nähe stehenden Kirche verbindet. Das Rätsel ist umsomehr interessanter, als in den 70. Jahren in der Wolska Strasse, zwischen der Kirche und dem Schloss, wo es keinen Kanal gibt, ein grosses Loch entstand. Es bedurfte vieler LKW-Ladungen Sand um es wieder aufzufüllen.

Jerzy Mazurkiewicz
Krzysztof Kwa¶niewski, „Podania wroc³awskie“, Herausgabe: Rzeka, Wroc³aw 2000

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